Musikimaginative Methoden und modifiziertes GIM

Musikimaginative Methoden und modifiziertes GIM

GIM nach Helen Bonny ist dadurch gekennzeichnet, dass beim Musikhören in einem leicht veränderten Bewusstseinszustand zwischen Therapeut und Hörendem ein Dialog stattfindet, der die Erforschung verschiedener Dimensionen des Bewusstseins unterstützt. GIM nach Helen Bonny ist deswegen eine Methode, die tiefe seelische Prozesse anstößt. Wenn dies noch kontraindiziert ist (z.B. bei Patienten mit geringer psychischer Struktur) muss GIM wie von Helen Bonny entwickelt, erst und oft langfristig vorbereitet werden.

Dies kann durch musikimaginative Methoden stattfinden, die sich durch Modifikationen auszeichnen, z. B. in einem veränderten Setting zu arbeiten (z. B. sitzend, bei geöffneten Augen, durch kurze Musikreisen, Arbeit mit Fotos, mit Märchen, usw. ). Wenn beim Musikhören der Dialog zwischen Patient und Therapeut noch beibehalten wird, sprechen wir von einem „modifizierten GIM“. Ist der Patient jedoch noch nicht in der Lage, sich beim Musikhören sprachlich mitzuteilen, wird von Musikimagination (MI) gesprochen. Bei der Musikimagination findet kein verbaler Dialog während des Hörens statt, jedenfalls nicht von Seiten des Klienten. Die Therapeutin kann aber einladen, bestimmte positive Erfahrungen zu machen und -indem sie die musikalischen Stimuli berücksichtigt- in die Musik hinein zu sprechen. Der Klient malt im Anschluss an sein Musikerleben ein Mandala (Resonanzbild), das dann besprochen werden kann.

Musikimaginative Methoden und Techniken kommen nicht nur im dyadischen Kontext, sondern auch in der Gruppentherapie zum Einsatz. Hier wird mit einzelnen Musikstücken (und nicht nur klassische Musik) auf vielfältige Weise gearbeitet, z. B. um die Wahrnehmungs- und die Imaginationsfähigkeit zu fördern oder um sich -durch Musik stimuliert- kreativ (malend, tanzend, gedicht- oder geschichtenschreibend) auszudrücken oder um Ressourcen besser zu verankern, dystone Muster und Konflikte zu fokussieren und dergleichen mehr.

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